"Unser Reich komme..." - Anmaßung, Neid und Machtstreben machen auch vor "guten" Freikirchen nicht halt -
"Wie man mir den Boden unter den Füßen wegzog und mich das Fürchten lehrte." (ein Bericht)

"Wenn Fromm-Sein krank macht"   
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Bericht eines "christlich" Traumatisierten:

Im falschen Film?
Ohne jemals irgendwelche Gründe angegeben zu haben, hatte man mir "über Nacht" einen Hauskreis abgenommen (FeG), selbst nach meinem sechs-wöchigen dringenden "um-Auskunft-betteln" (per Telefon sowie schriftlich) erfolgte außer lückenloser Ignoranz nur ein beschimpfendes Fax von Seiten des "neuen", selbsternannten Hauskreisleiters.

Ich dachte, ich sei auf dem falschen Planeten, fasste mir immer wieder an den Kopf und dachte: Das kann doch alles nicht wahr sein.
Die Hauskreis-Teilnehmer waren alles "Außenseiter", die so wie ich nicht so richtig "akzeptiert" wurden in der ach so "herzlichen" Gemeinschaft der Gemeinde, weil sie Single's waren oder irgendwelche Gebrechen hatten, nicht cool genug oder kinderlos waren, weder Haus noch Zweitwagen besaßen oder was auch immer. Ich hatte diesen Hauskreis genau für diese am Rande stehenden Leute gegründet, damit sie nicht länger am Rande stehen, sondern auch ein "Zuhause" haben. War ursprünglich eine sehr erquickliche Gemeinschaft. Bis einige sich so wohl fühlten, dass sie der "Übermut" (Machtrausch?) überkam: Die älteste Dame und der jüngste Mann aus diesem Hauskreis verstanden sich ganz gut und nahmen mir also *hinter meinem Rücken* diesen Kreis "ab". Vermutlich (ich kann es nicht wirklich beweisen) unterstützt von einem verknöcherten ehemaligen Ältesten, der sich derzeit um "die Hauskreise" der Gemeinde kümmerte. Er konnte es nicht ertragen, dass eine *Frau* (nämlich ich) einen Hauskreis leitet. Er fragte immer wieder (möglichst unauffällig): "Ja, mensch, sag mal, sind denn da auch *Männer* in dem Kreis?" Ich: "Ja, der und er und der..." Er: "Ach, so, na ja na, na dann geht das ja...." *???* Und wenn Informationen von der Gemeinde an die Hauskreise übergeben wurden, wurden diese an die jeweiligen Hauskreisleiter weitergereicht. An mich allerdings nicht, sondern man (=jener verknöcherte Älteste) gab sie dann jenem jungen Mann... er war ja ein *Mann*... war zwar der jüngste und unreifste in der Gruppe - mit dem größten Mundwerk... nun ja, aber er war ein Mann...
Nach dem sechswöchigen Schweigen erhielt ich dann eine schriftliche Nachricht:
- Neuer Hauskreisleiter: Name jenes jungen Mannes,
- neuer Veranstaltungsort (bisher war es bei mir zuhause): Adresse jenes jungen Mannes,
- neue Termine: dann und dann...
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Fußnote: Wenn ich wolle, könne ich ja auch kommen...
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Tief geschockt von jener absurden, an Dreistigkeit nicht zu überbietenden Hauskreis-Affäre wechselte ich schließlich die Gemeinde. In der "neuen" Gemeinde (auch FeG) waren am Anfang alle sehr, sehr entgegenkommend und freundlich, offen und scheinbar an mir interessiert. Hat mich sehr aufgebaut, weil ich das ja gar nicht so gewohnt war. Habe dann wegen "denen" sogar den Wohnort gewechselt! So habe ich mich gefreut! Tja, als ich dann also "dort" war, ließ das Interesse sehr nach... Ich wartete ein geschlagenes Jahr lang geduldig auf die Einlösung all der Versprechungen, ging immer wieder auf die anderen zu. Es kam nichts. Es klüngelte jeder doch lieber in seinem Privatmist (da könnte ich jetzt stundenlang weitererzählen).
Naja, und dann kam das Theater mit dem Ältestenkreis/ Pastor/ Musikteam. Ich wurde irgendwie immer mehr wie ein "Ketzer" und ähnlich wie ein abtrünniges Sektenmitglied gehandelt, weil ich "Kritik" gewagt hatte. Ich hatte Kopf und Kragen riskiert, um auf unhaltbare Zustände im Musikteam aufmerksam zu machen (Verhaltensweisen, die nicht mit ihrem "frommen Reden" zusammenpassten). Warum nahm ich es auf mich, diese Dinge anzusprechen? Weil mir die Gesundheit der Gemeinde am Herzen lag, ich sehr deutlich sah, was dort lief - und mir all die Menschen leid taten, die dort "benutzt" wurden, um die Machtgier einer vermeintlichen Elite zu befriedigen. "Gott" (auch wenn er noch so oft im Munde geführt wurde) war eher Nebensache, eine Art Etikett für die Legitimation von Selbstverherrlichung, Manipulation und Ausgrenzung.
Wenn ich der EINZIGE gewesen wäre, der unter diesen Dingen litt, hätte ich bestimmt nicht so viel riskiert. Aber es gab SEHR VIELE, die darunter litten, sich aber nicht trauten, dagegen aufzustehen. Warum haben die alle solche Angst vor diesen "Oberen"? Da stimmt doch was nicht...
Allmählich kam ich mir vor wie ein Stück Vieh, das vom Ältestenkreis gehetzt wird. Ich sollte mich dafür verantworten, warum ich "mich zurückziehe".
Wie geht man also mit jemand um, der "sich zurückzieht"? Ich sollte vor dem gesamten Ältestenkreis antreten. Ich flehte darum, das wenigstens in einem vier-Augen-Gespräch tun zu dürfen - nix! - Ab vor das gesamte Tribunal! Los, antworten: Warum ziehst du dich zurück? Los, Gründe! Na, wird's bald?
Das konnte ich nicht mehr. Obwohl ich von den Ältesten immer wieder gedrängt wurde (na? Termin? in zwei Tagen rufst du zurück!) In mir schrie es nur noch: BIN ICH IN EINER SEKTE?? WAS IST HIER LOS?? LASST MICH GEFÄLLIGST IN RUHE!!
Ich konnte diesen absurden Verfolgungs-Druck nicht mehr ertragen. Das war bereits "christlicher" Psychoterror, versuchte Gehirnwäsche. Mein Gewissen schrie nur noch, und meine Seele war vor Schmerz nahezu betäubt. Nun wurde meine bis dahin immer wieder niedergeprügelte Intuition selbst-tätig: Spätestens jetzt war das Thema "Gemeinde" für mich erledigt. Ich konnte nicht mehr. Ich bin da nie wieder hingegangen, hatte nur noch Panik.
Ohne Gemeinde? Ich? Unvorstellbar! Soetwas hätte ich von mir nie für möglich gehalten!
Reiner Überlebenstrieb. Es war nichts anderes möglich.
Ich hatte so eine Panik, darüber zu reden, weil ich unsagbare Angst vor weiterer "Verfolgung" durch diesen Ältestenkreis hatte. Also schwieg ich. So viele Versuche hatte ich unternommen, um verdammt noch mal endlich mal irgendwo REDEN zu können, nirgends war es möglich! Nun schwieg ich. Schaltete innerlich alles aus. Leere.
Nach geringfügiger Erholung wollte ich mich schließlich dem Pastor einer Nachbargemeinde (Baptisten) anvertrauen, um über diese Sachen endlich mal mit einer "kompetenten Person" sprechen zu können (mir kommt jetzt noch das Würgen). Ich hatte äußerst brennende Fragen - inwieweit es sich noch lohnt, Christ zu bleiben, was das überhaupt alles ist mit diesen seltsamen Christen, usw, usw. Grundlegende Dinge in schwerer Krise!! Und wie geht also eine "kompetente Person" mit so einem Hilfesuchenden um?
Es stellte sich heraus: Er muss von meinem Ex-Pastor (die beiden sind gut befreundet) genauestens über mich informiert gewesen sein. Er sagte mir seelenruhig eiskalte Gemeinheiten und verweigerte das von mir gewünschte Seelsorge-Gespräch. Er hätte "noch genug andere Termine", "keine Zeit, mir jetzt das Händchen zu halten", und ob ich "der Meinung sei, dass immer nur alle anderen Schuld haben" (?? bitte?? er wusste doch noch gar nicht, was ich überhaupt wollte und wusste *eigentlich* NICHTS über mich??), ich "solle mal meine Tabletten nehmen, dann würde ich mich schon wieder beruhigen" (?? wie bitte?? geht's noch dreister?? was für Tabletten? Ich nehme keine Tabletten - hatte nur mal jemandem anvertraut, dass ich vor paar Jahren mal für 6 Monate Tabletten nehmen musste, weil es mir nicht gut ging - scheint ja gut zu funktionieren, die Klatsch-Küche), und... und... eiskalt, gelassen und seelenruhig sprach er zu mir - wie eine kalte "Abrechnung"... (mit jemandem, den man gar nicht kennt?? Was wird hier gespielt???)
Ein Pastor? Das war ein Pastor? Ich konnte es nicht fassen.
Nach diesem Gespräch kam eine tiefe Ruhe, ein unglaublicher Friede in mich. Sehr seltsam. Nach so dreisten Dolchstößen mitten ins Herz. Aber nun wusste ich endlich, was los war.
Es traf der Spruch sehr zu:
"Die Übertreibung des Übels ist die Heilung des Übels."
Nun war ich endgültig *aufgewacht*. Nun wusste mein Herz, was es schon so lange fühlte, aber einfach nicht glauben konnte, nämlich, dass hier etwas ganz mieses gespielt wird.
Danach hatte ich noch mehr Angst, wäre eigentlich am liebsten zur Polizei gegangen, um mich über die Rechtslage zu erkundigen (Weitergequatsche von Seelsorge-Geheimnissen) und Adressen von Sektenbeauftragen geben zu lassen. Aber ich war wie gelähmt vor Angst, traute mich kaum zu atmen. Ich traute mich nichtmal, anonym per Telefon oder schriftlich mich irgendwo auszusprechen, hatte schon die Horrorvorstellung, dass selbst eine eventuelle anonyme Seelsorgestelle dann meine Identität entlarvt und bestimmt alle meine Worte an jene Pastoren und Ältesten weiterleiten würde... dass alle unter einer Decke stecken... und dann geschlossen vor meiner Haustür stehen.... und ich dann vor inneren Schmerzen mit einer Herzattacke einfach tot umfalle...
Kommt mir eher vor wie ein Psycho-Thriller als wie "Gemeinde", "Kirche" oder irgend sowas.

Bitte nichts "christliches" mehr.....
Es ist einfach nicht zu fassen und für den "Normalbürger" definitiv nicht nachvollziehbar, was da für Angst entstehen kann.
Da sind existenzielle Dinge in der Seele verbogen worden, es handelt sich um den sogenannten "geistlichen Missbrauch" (eine recht hinterhältige Sonderform des emotionalen Missbrauchs).
        
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( Vier Jahre später:
Heute bin ich diesem letzt-erwähnten "Pastor" sogar dankbar!!
Ups, - wird man sich fragen - wie jetzt,
nach so einem diletantischen "pastoralen" Auftritt auch noch "dankbar" - ??
Ja, genau.
Er hat mir durch diese Absurd-Nummer
zu elementaren Erkenntnissen verholfen!
Wäre das nicht so gewesen, würde ich in meinem
naiv-anspruchslos-dämlichen "Gehorsam" noch heute
durch irgendwelche Gemeinde"räume" kriechen, als 95%ige Leiche.
Nun weiß ich, dass das nicht meine Lebensform ist,
dass ich nicht so leben "muss" ("weil Gott das so will").
Und dass ich vielen Gehirnwäschen aufgesessen war - ohne es zu schnallen -
und eben deshalb beinahe daran kaputt gegangen wäre.
Also bin ich sehr dankbar! Dafür, dass ich nun - wenn auch spät,
aber immerhin - anfangen kann zu leben.)
 

 


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